Der Zins ist zurück
Autor: Klaus Siegers
Klaus Siegers ist Vorsitzender des Vorstandes der Weberbank und verantwortlich für die Bereiche Strategie, Personal und Beratung institutioneller Kunden.
Kennen Sie „TINA“? Im Angelsächsischen wurde dieses Akronym für „There Is No Alternative“ zum Sinnbild der Anlagepolitik der vergangenen Jahre und meinte: Die Anlage in Aktien ist alternativlos! Gebetsmühlenartig haben auch wir bei der Weberbank immer wieder auf die geringen Ertragsmöglichkeiten im Zinsbereich hingewiesen und zur Überprüfung und Anpassung der Depotstruktur geraten. Sachwerte waren Trumpf! (Und sind es zumeist immer noch, aber dazu komme ich später.) Wer meine Ausführungen an dieser Stelle von diskurs verfolgt, weiß, wovon ich spreche. Aus klassischen Anleihen wurden durch die Niedrigzinspolitik der Notenbanken in der vergangenen Dekade Wertpapiere mit einem zinslosen Risiko. Dabei hätten Sie, liebe Leserin, lieber Leser, vermutlich lieber einen risikolosen Zins … Paradoxerweise erhielten Staaten und Unternehmen mit guter Bonität in dieser Phase für neue Schulden sogar Zinsen von Investoren und nicht umgekehrt. Diverse deutsche Finanzminister nahmen diesen Effekt gern mit.
Die im vorigen Jahr viel zitierte Zeitenwende vollzog sich nun allerdings auch am Zinsmarkt. Ausgelöst durch für unsere Verhältnisse rekordhohe Inflationsraten, leiteten die globalen Notenbanken eine drastische Zinswende ein. Besonders schmerzhaft haben Anleiheinvestoren diese Entwicklung zu spüren bekommen. Viele von Ihnen haben große Teile Ihres Vermögens in festverzinsliche Wertpapiere angelegt – da war der Jahresdepotauszug kein Quell der Freude. Allerdings gilt: Bei Fälligkeit gibt es 100 Prozent des Nennwerts zurück. 2022 jedoch haben die deutlichen Zinserhöhungen zu zweistelligen Kursverlusten geführt, die nicht wie in früheren Phasen durch Kuponzahlungen abgemildert werden konnten. US-Staatsanleihen wiesen sogar die schwächste Entwicklung seit 1788 auf. Die gute Nachricht ist jedoch: Nun können und werden wir mit Ihnen auch wieder über interessante verzinsliche Anlagemöglichkeiten sprechen. Global ist das Paradoxon von Anleihen mit einer negativen Rendite komplett verschwunden. Eine zwischenzeitlich verloren gegangene Anlageklasse ist damit zurückgekehrt. Nun ist es unsere Aufgabe, sie wieder in Ihr Bewusstsein zu rufen. Als wichtiger Baustein in einem gemischten Wertpapierportfolio wird sie durch ihre neue Attraktivität ein stabilisierendes Element. Kursschwankungen können durch Zinszahlungen wieder besser ausgeglichen werden.
Ich deutete es schon an: An die langfristige Ertragskraft von Aktien reichen verzinsliche Papiere weiter nicht heran (insbesondere, wenn man die Inflation berücksichtigt), aber durch die Kombination der beiden Anlageklassen ergeben sich interessante Ertragsprofile. Für konservative Anlegerinnen und Anleger bietet sich bei Renditeniveaus in mittleren Laufzeiten von beispielsweise fast drei Prozent bei deutschen Pfandbriefen oder vier Prozent bei europäischen Unternehmensanleihen durchaus auch eine Einzelanlage an. Lassen Sie uns also nicht länger von TINA sprechen, sondern über die neuen Chancen mit Zinsen. Wir beraten Sie gern!
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