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Jeden Tag eine „gute“ Tat!

Konjunktur: Freundliches Umfeld hält an

Aktien: Positive Quartalsberichtssaison

Renten: Anstieg der Risikoaufschläge in Europa

 

Autor: Daniel Schär
Finanzmarkt aktuell per 17. Februar 2017
Daniel Schär, Direktor Leiter Portfoliomanagement

Daniel Schär

Jeden Tag eine „gute“ Tat! – so scheint das Motto des neuen US-Präsidenten, Donald Trump zu sein. Geht es Ihnen auch so, dass Sie bei der morgendlichen Lektüre der Tageszeitung oder beim Hören der Nachrichten während der Fahrt ins Büro schon gespannt auf den Moment warten, in dem neue unkonventionelle Maßnahmen des umtriebigen Präsidenten verkündet werden? Man darf gespannt sein, wie lange sich dieses Momentum durchhalten lässt. Mit Blick auf die Finanzmarktpolitik kann eine deutlich andere Prägung als in den letzten Jahren erwartet werden. Der neue USFinanzminister und ehemalige Goldman-Sachs-Banker, Steven Mnuchin, hat starkes Interesse, die Zügel für die Finanzindustrie deutlich zu lockern. So wird der sogenannte Dodd-Frank-Act, der als Folge der Finanzkrise im Jahr 2010 verabschiedet wurde und den Spielraum der Banken stark begrenzt hat, in Frage gestellt. Der damals für die Verschärfung der Regularien federführende Vertreter der US-Notenbank hat bereits seinen Rücktritt angekündigt. Damit verschafft er Donald Trump die Möglichkeit, auch im Gremium der wichtigsten Zentralbank der Welt seinen Einfluss durch personelle Neubesetzungen stärker geltend zu machen. An den Kapitalmärkten sorgt der stetige Strom an Entscheidungen für ein Wechselbad der Gefühle, der grundsätzliche Trend der Märkte ist allerdings positiv. Auch in Europa spielt die Politik derzeit die erste Geige. Der Überraschungscoup der SPD lässt plötzlich einen sozialdemokratischen deutschen Kanzler Martin Schulz möglich werden. Dass lässt auch mögliche politische Konstellationen in Europa in einem anderen Licht erscheinen.

Die anstehenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich, aber auch der unklare Kurs der Euroländer über den weiteren Umgang mit den griechischen Staatsschulden haben die Risikoaufschläge europäischer Staatsanleihen ansteigen lassen. Vor allem Portugal und Italien mussten Aufschläge bei der Rendite hinnehmen. Die Inflationsrate im Euroraum steigt, wie von uns erwartet, weiter an und könnte die Renditen weiter steigen lassen. Haupttreiber sind nach wie vor die gestiegenen Rohstoffpreise. Der Effekt sollte in den kommenden Monaten jedoch langsam auslaufen und in der zweiten Jahreshälfte für Entspannung sorgen. Deutsche Staatsanleihen, die für eine Vielzahl der Investoren als Stabilitätsanker im Portfolio fungieren, profitierten von den Unsicherheiten bezüglich der anstehenden Wahlen in Europa. Wir präferieren weiter eine defensive Positionierung mit kurzlaufenden Unternehmensanleihen ergänzt um Schwellenländer- und Wandelanleihen.

Die Aktienmärkte setzten ihren positiven Jahresstart fort. Zur Überraschung der meisten Investoren zeigen sich die Schwellenländer am dynamischsten. Das ist vor allem mit Blick auf die im Jahresverlauf anstehenden USZinserhöhungen und die damit einhergehend erwartete weitere Aufwertung des US-Dollars ungewöhnlich. Historisch tendierten in einem solchen Umfeld die aufstrebenden Volkswirtschaften, speziell die mit einem Haushalts- und einem Leistungsbilanzdefizit, zur Schwäche. Derzeit wird dieser Zusammenhang verdrängt und im Vordergrund steht die Erholung der Rohstoffpreise, die für viele Länder zu wichtigen Säulen der Wirtschaft gehören. Neben den Schwellenländern wiesen auch US-Aktien eine dynamische Entwicklung aus. Die Berichterstattung zum vierten Quartal 2016 neigt sich dort langsam dem Ende entgegen, und die Mehrzahl der Unternehmen konnte positiv überraschen. Vor allem Titel aus den Branchen Technologie, Finanzen und Gesundheit haben sehr gute Ergebnisse berichtet. Unterstützung erhielt der Aktienmarkt auch von der Seite des US-Präsidenten, der umfangreiche Änderungen des Steuersystems in Aussicht stellte. Noch mangelt es jedoch an Details, um mögliche Auswirkungen auf Unternehmensebene abschätzen zu können. Europäische Aktienunternehmen hinken in der Berichtssaison zeitlich etwas hinterher. Dafür sind die bisherigen Ergebnisse sehr Hoffnung stiftend. Nach einem langen Zeitraum mit rückläufigen Gewinnen ist nun eine deutlich positive Tendenz festzustellen. Bei gleichzeitig moderaten Bewertungskennzahlen rücken somit europäische Aktien langsam wieder in den Blickwinkel der Investoren. Speziell im Vergleich zu USAktien besteht Nachholbedarf. Fraglich ist jedoch, wie sich die Unsicherheit über den Ausgang der europäischen Wahlen in der Stimmung der Anleger niederschlägt. Wir bleiben vorerst in US-Aktien übergewichtet und aufgrund der lauernden politischen Unwägbarkeiten in europäischen Aktien untergewichtet.

Der US-Dollar präsentierte sich in den vergangenen Wochen als Spiegelbild der Politik der neuen US-Regierung. Die überraschenden Einreisebeschränkungen belasteten, die versöhnlichen Gespräche mit Japan, Kanada und China entlasteten. Der positive US-Zinstrend sollte unserer Meinung nach den US-Dollar mittelfristig unterstützen.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

Ansprechpartner für Journalisten:

Pressesprecher Robert Heiduck, (030) 8 97 98 - 388

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