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„Money for Nothing“ – die Zeit des billigen Geldes geht weiter.

Konjunktur: Neue Impulse durch die EZB erwartet

Renten: Unternehmensanleihen bevorzugen

Aktien: Erholung setzt sich fort

 

Autor: Daniel Schär
Finanzmarkt aktuell per 4. März 2016
Daniel Schär, Direktor Leiter Portfoliomanagement

Daniel Schär

„Money for Nothing“ – die Zeit des billigen Geldes geht weiter. In der kommenden Woche findet die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) statt, und es wird erneut mit einem expansiven geldpolitischen Impuls gerechnet. Nachdem die Inflationsdaten zu Jahresbeginn erneut unter Druck geraten sind und auch die Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone an Dynamik verloren hat, spricht vieles für entsprechende Maßnahmen der EZB. Eine erneute Ausweitung des Anleihekaufprogramms verbunden mit einer weiteren Senkung des Einlagezinssatzes, der aktuell schon bei -0,3 Prozent steht, wird jedoch nicht ausreichen. Dadurch würde sich die Situation vieler Banken, die jetzt schon unter den Negativzinsen leiden, nur weiter verschlimmern. Speziell in Südeuropa, wo zuletzt wieder Sorgen über die Solidität einiger Institute aufkam, wären die Belastungen groß. Es bedarf also neuer Medizin bzw. einer Abwandlung der Rezeptur, um den Patienten wieder auf die Beine zu bekommen. Die amerikanische Notenbank steht hingegen vor der schwierigen Entscheidung, dem im Dezember 2015 eingeschlagenen Zinserhöhungspfad weiter zu folgen oder eine Pause einzulegen. In den ersten Monaten des Jahres trübte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in den USA, die ein guter Vorlaufindikator für die Konjunkturentwicklung ist, etwas ein. Der Arbeitsmarkt präsentiert sich aber weiter sehr robust und unterstützt damit die wichtigste Säule der amerikanischen Konjunktur, den Konsum. Durch die Turbulenzen an den Kapitalmärkten zu Jahresbeginn ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im März jedoch deutlich gesunken.

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft und der mögliche neue geldpolitische Impuls durch die EZB unterstützten die Nachfrage nach Anleihen hoher Qualität, etwa deutschen Staatsanleihen. Im Zuge dieser Entwicklung sanken die Renditen deutlich. So muss ein Investor in deutschen Staatspapieren mittlerweile bereit sein, dem Staat mindestens neun Jahre Geld zu leihen, um überhaupt noch einen positiven Ertrag mit der Anlage zu generieren. Wir präferieren daher weiterhin Anleihen von Unternehmen, da der Risikoaufschlag im Verhältnis zu Staatsanleihen oder Pfandbriefen attraktiv ist.

Die Aktienmärkte konnten ihre Erholungsbewegung fortsetzten. Vor allem die vorerst gestoppte Abwärtsspirale beim Ölpreis wirkte stabilisierend. Auch unterstützte die Aussicht auf neue Maßnahmen der EZB die Aktienentwicklung. Sollten die Emotionen in nächster Zeit nicht wieder so rasant hochschnellen wie zum Jahresbeginn, so stehen die Chancen für eine Fortsetzung der Erholungsphase recht gut. Bei der Entscheidung zwischen Negativverzinsung bei Anleihen oder im langfristigen Vergleich überdurchschnittlichen Dividendenrenditen werden viele Anleger die Attraktivität der Aktienanlage entdecken. Die potentiellen Gefahrenherde China, Öl und Geopolitik sind jedoch noch nicht komplett gebannt. Ein vorsichtiges Agieren ist kurzfristig nach wie vor angeraten. Für Engagements in diesem Umfeld bietet sich der amerikanischen Aktienmarkt an, da er typischerweise weniger stark bei einem Anstieg der Risikoaversion reagiert.

Das Edelmetall Gold konnte in den ersten Monaten des Jahres seinem Ruf als Stabilitätsanker in unruhigen Zeiten gerecht werden. Nach langer Durststrecke zeigten sich erste positive Impulse. So wurde der Abwärtstrend der letzten Jahre verlassen, und Anlageprodukte mit physischer Gold-Hinterlegung konnten deutliche Mittelzuflüsse verzeichnen. Besonders positiv werten wir, dass sich auch nach der Stimmungsberuhigung an den Kapitalmärkten in den letzten Wochen die Stärke fortsetzte. Wir sehen Gold im aktuellen Umfeld als interessante Beimischung in einem gut diversifizierten Portfolio an.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

Ansprechpartner für Journalisten:

Pressesprecher Robert Heiduck, (030) 8 97 98 - 388

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