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Eisige Zeiten am deutschen Aktienmarkt und auch auf den Thermometern der Bundesrepublik.

Der Gegenwind in Europa aufgrund schwacher Wirtschaftsindikatoren sollte sich legen

Ein Rückenwind für den amerikanischen Aktienmarkt durch starke Technologieunternehmen ist spürbar

Die Windrichtung in Japan ist durch gemischte Wirtschaftsdaten unbeständig

 

Autor: Alexander Lokat
Finanzmarkt aktuell per 2. März 2018
Alexander Lokat, Portfoliomanager

Alexander Lokat

Eisige Zeiten am deutschen Aktienmarkt und auch auf den Thermometern der Bundesrepublik. Allerdings sollte man unserer Meinung nach nicht gleich verzagen, auch wenn man derzeit etwas kalte Füße bekommt und es ein wenig stürmischer wird. Mittelfristig sollte es wieder wärmer an den Kapitalmärkten werden, windig wird es aber wohl bleiben. In der aktuellen Ausgabe werfen wir einen Blick darauf, aus welcher Windrichtung die neuesten wirtschaftlichen Ereignisse in Europa und den USA kommen. Zudem blicken wir auf die aktuelle Lage aus dem Land der aufgehenden Sonne.

Der Gegenwind in Europa aufgrund schwacher Wirtschaftsindikatoren sollte sich legen

In Europa stellt man sich derzeit die Frage, warum die Aufholbewegung am Aktienmarkt seit der Korrektur von Anfang Februar nicht so stark ausfiel wie in den USA. Argumente könnten die zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsindikatoren der Eurozone und Deutschlands bieten, die viele Marktteilnehmer eher enttäuschen. Diese Ansicht teilen wir nicht ganz, da die Wirtschaftsindikatoren unserer Meinung nach bereits seit einiger Zeit ein zu ambitioniertes Wirtschaftswachstum prognostizierten. Die Überhitzungsgefahr der positiven Stimmung war relativ stark angewachsen, weshalb es unserer Meinung nach normal ist, dass sich beispielsweise die ZEW Erwartungen im Euroraum etwas eintrüben und keine neuen Höchststände markieren. Und trotz eines Ifo-Berichtes, dessen Erwartungskomponente zum dritten Mal in Folge gefallen ist, sehen wir diesen Umstand nicht als Signal einer Trendwende an, sondern eher als Normalisierung gegenüber den aktuellen Wachstumsprognosen. Die Fundamentaldaten Europas sind nach wie vor positiv, und die bereits laufende Berichtssaison der europäischen Unternehmen sollte den Gegenwind der Indikatoren abschwächen können. In Europa könnten zudem die gestiegenen Profitmargen zu einem Rückenwind für den europäischen Aktienmarkt werden. Die am Wochenende anstehende Wahl in Italien sollte die Märkte unserer Meinung nach nicht beeinflussen, da die Wahrscheinlichkeit einer pro-europäischen Koalition gestiegen ist. Insgesamt sehen wir mittelfristig ein Aufholpotential bei den europäischen Werten im Vergleich zu den USA und bleiben weiterhin positiv für Aktien in Europa.

Ein Rückenwind für den amerikanischen Aktienmarkt durch starke Technologieunternehmen ist spürbar

In den USA ist die Berichtssaison der Unternehmen bereits so gut wie beendet – mit exzellenten Ergebnissen. Und auch der Ausblick für die kommenden zwölf Monate ist laut den Analysten mit durchschnittlich 20 Prozent erwartetem Gewinnwachstum für die amerikanischen Unternehmen im S&P 500 Aktienindex sehr positiv und sogar besser als in Europa. Hier erwarten die Marktteilnehmer ca. 12 Prozent Gewinnwachstum für die nächsten 12 Monate. Nachdem der amerikanische Aktienmarkt noch Anfang des Jahres von der im letzten Jahr verabschiedeten Steuerreform einen Rückenwind verspürte, sind diese Effekte unserer Meinung nach bereits in den Erwartungen verarbeitet worden. Allerdings sorgen die großen Technologieunternehmen in den USA für eine gute Unterstützung und sind ein wichtiger Grund für die schnelle Erholung am Aktienmarkt. War es das also schon mit der Korrektur in den USA? Unserer Meinung nach sollte man sich in diesen windigen Zeiten nicht von fallenden Kursen überraschen lassen, trotzdem die Aussichten positiv sind. Aufgrund der gefallenen Bewertungen in den USA können sich jetzt ganz gezielt attraktive Einstiegsmöglichkeiten ergeben, da die Fundamentaldaten auch in den USA unverändert positiv sind. Geändert haben sich dagegen die Prognosen, wie oft die Fed die Zinsen in diesem Jahr erhöhen könnte. Jerome Powell hat als neuer Vorsitzender der Notenbank trotz volatiler Aktienmarktbewegungen auf einen weiterhin graduellen Zinsanstieg hingewiesen, und daher scheint die erste Zinserhöhung der Fed im Jahr 2018 im März sehr wahrscheinlich. Nachdem bereits aus dem Fed-Protokoll der letzten Woche hervorging, dass in den USA auch vier Zinserhöhungen in diesem Jahr aufgrund der guten Wirtschaftsentwicklung möglich sind, sorgte dies an den Aktienmärkten für fallende Kurse. Trotz einer aktuellen Schwächephase an den Aktienmärkten, ausgelöst durch Inflations- und Zinserwartungen, glauben wir nicht, dass das aktuelle Zinsniveau Aktien mittelfristig belasten wird. Im Gegenteil: Steigende Zinsen, die sich durch ein starkes wirtschaftliches Wachstum begründen, sind ein Nachweis für positive Unternehmensergebnisse.

Die Windrichtung in Japan ist durch gemischte Wirtschaftsdaten unbeständig

Im Land der aufgehenden Sonne sind die Fundamentaldaten für die Wirtschaft und die Unternehmen positiv, die Zentralbank Japans unterstützt bereits seit Jahren den Kapitalmarkt durch Anleihekäufe, und die Regierung hat sich eine aktionärsfreundliche Politik auf die Fahnen geschrieben. Das Ergebnis war, dass der japanische Leitindex Nikkei im letzten Oktober ein neues 20-Jahres-Hoch erreichte. In diesem Jahr ließ der Rückenwind in Japan aber etwas nach, und Gegenwind zog für das zuletzt schwache Wirtschaftswachstum auf. Allerdings sind die wirtschaftlichen Aussichten weiterhin positiv, so dass sich die japanischen Aktien unserer Meinung nach derzeit auf einem attraktiven Bewertungsniveau befinden und ein interessantes Investment darstellen. Besonders die zuletzt positiv überraschenden Quartalsergebnisse der Unternehmen spiegeln den gesunden wirtschaftlichen Wachstumspfad wider. Dank der Unterstützung durch die Zentralbank sollte auch der zuletzt stärker gewordene Yen nicht weiter aufwerten und somit keine Gefahr für die exportorientierten japanischen Unternehmen darstellen.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

Ansprechpartner für Journalisten:

Pressesprecher Robert Heiduck, (030) 8 97 98 - 388

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