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Während die Unternehmen in Europa und den USA eher gemischte Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2019 vorlegen, zeigen sich die Aktienmärkte unbeeindruckt und nähern sich ihren Allzeithochs.

Berichtssaison – erneut überflügeln amerikanische Unternehmen die europäischen

Trump – wenig Neues zu Deals und Zöllen

Marktgeschehen – Aktienindizes kratzen an ihren Allzeithochs

 

Autor: Jan Nießen
Finanzmarkt aktuell per 15. November 2019
Jan Nießen, Portfoliomanager

Jan Nießen

Während die Unternehmen in Europa und den USA eher gemischte Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2019 vorlegen, zeigen sich die Aktienmärkte unbeeindruckt und nähern sich ihren Allzeithochs. Die Politik dürfte somit auch in den letzten sechs Wochen des Jahres ein entscheidender Faktor für die Kursentwicklung bleiben. Warum das einiges an Spannung verspricht, lesen Sie in dieser Ausgabe der Finanzmarkt aktuell.

Berichtssaison – erneut überflügeln amerikanische Unternehmen die europäischen

Die Erwartungen waren niedrig, und dementsprechend leicht fiel es vielen Unternehmen, diese zu übertreffen. So oder so ähnlich ist der Eindruck, der von der aktuellen Berichtssaison bleibt. Trotzdem gelangen, wie so oft, positive Überraschungen in den USA häufiger. Die Unternehmen jenseits des Atlantiks hatten nicht nur im relativen Vergleich gegenüber den Erwartungen, sondern auch in absoluten Zahlen mal wieder die Nase vorn. Während sowohl Umsatz- als auch Gewinnwachstum in Europa im Jahresvergleich rückläufig waren, konnten die US-Unternehmen beide Kennzahlen weiter steigern. Zwar fielen auch hier die Sprünge kleiner aus als in den vergangenen Jahren, aber das dürfte angesichts des trüberen Bildes, welches die Wirtschaft derzeit insgesamt abgibt, wenig überraschen. Grundsätzlich bestätigt die aktuelle Berichtssaison den Eindruck, dass die Unternehmen trotz des schwierigeren Umfelds solide aufgestellt sind und gleichzeitig ein Übergewichtung der USA im Portfolio gerechtfertigt bleibt. Entscheidender als die Zahlen aus der Vergangenheit sind jedoch bekanntermaßen die zukünftigen Aussichten, und deswegen lohnt sich ein Blick auf den Ausblick, den die Unternehmen zu ihren geplanten Aktivitäten gegeben haben. Auffällig ist vor allem eine Zurückhaltung bei den zukünftigen Investitionen, die schon in diesem Quartal deutlich geringere Steigerungsraten verbuchten als noch in der Vergangenheit. Begründet wurde dies vor allem mit der anhaltenden globalen Unsicherheit, welche in den letzten Monaten besonders durch Handelskonflikte und den Brexit weiter geschürt wurde. Während allerdings das Thema rund um den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU zunehmend aus dem Fokus verschwindet und die Wahrscheinlichkeit dafür, dass dieser ungeregelt vonstattengeht, weiter gesunken ist, bleiben die Spannungen im globalen Handel das dominierende Thema.

Trump – wenig Neues zu Deals und Zöllen

In diesem Zusammenhang traf es sich gut, dass der amerikanische Präsident Donald Trump am Dienstag eine Rede vor einem Wirtschaftsforum in New York hielt. Da die USA aktuell den Mittelpunkt aller Handelskonflikte bilden, erhofften sich viele Marktteilnehmer Erkenntnisse über die nächsten Schritte. Vor allem zwei Themen wurden mit Spannung erwartet. Einerseits stand die Frage im Raum, wie nahe der seit Wochen angekündigte Phase-1-Deal zwischen den USA und China wirklich ist. Andererseits läuft in den nächsten Tagen eine Frist ab, nach der Donald Trump entscheiden will, ob er Zölle gegen europäische Automobile verhängt, welche er in diesem Zusammenhang gerne als Sicherheitsrisiko für den amerikanischen Staat klassifizieren möchte. Um es vorwegzunehmen: Zu beiden Themen gab es wenig neue Erkenntnisse. In Bezug auf China erklärte Trump, dass eine Vereinbarung weiterhin möglich sei und drohte gleichzeitig mit neuen Zöllen, falls diese nicht zustande käme. Über europäische Automobilhersteller verlor Trump dagegen kein Wort, sondern sagte nur, dass die Europäer den USA in den letzten Jahren beim Handel deutlich mehr geschadet hätten als die Chinesen. Der Aktienmarkt fasste die Rede insgesamt negativ auf. Einerseits weil die bislang bestehende Unsicherheit somit auf absehbare Zeit nicht weniger wird. Andererseits weil die Unberechenbarkeit des US-Präsidenten mittlerweile allgemein bekannt ist und somit selbst nach den eher positiven Nachrichten der letzten Wochen niemand mehr darauf vertrauen möchte, dass am Ende tatsächlich ein Deal zustande kommt.

Marktgeschehen – Aktienindizes kratzen an ihren Allzeithochs

Trotz dieser fundamentalen und politischen Bremsklötze bewegen sich viele Aktienmarktindizes weiterhin nur wenige Prozentpunkte unterhalb ihrer Allzeithochs. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch erscheint, erklärt sich bei genauerem Hinsehen: Entscheidend für die Kursrallye dieses Jahres dürfte die Kombination aus höherer verfügbarer Liquidität und der damit verbundenen Suche nach attraktiven Anlagemöglichkeiten sein. Während die Notenbanken weltweit Zinsen gesenkt und Kaufprogramme wiederaufgenommen haben, sind die Renditen vieler Anleihen weiter niedrig und teilweise sogar in den negativen Bereich gerutscht. Somit hat sich für Investoren, die zumindest den realen Wert ihres Geldes erhalten wollen, die relative Attraktivität von Aktien deutlich erhöht. Wie lange dies allerdings als Treiber der Kurse bestand hat oder ob die schwächeren Fundamentaldaten und die anhaltende Unsicherheit irgendwann doch die Oberhand gewinnen, ist schwer zu prognostizieren. Dementsprechend empfiehlt es sich auf der einen Seite, das weiterhin bestehende Aufwärtspotential der Aktienmärkte zu nutzen, welches besonders in den Branchen vorhanden ist, die lange von den Investoren vernachlässigt wurden und entsprechend günstig bewertet sind. Auf der anderen Seite sollten die bestehenden Risiken nicht außer Acht gelassen werden und Anleger auf Überraschungen gefasst sein. Hierfür empfiehlt sich die Beimischung von Anleihen oder defensiveren Aktientiteln, um das Portfolio auch in unruhigen Marktphasen stabilisieren zu können.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

Ansprechpartner für Journalisten:

Pressesprecher Robert Heiduck, (030) 8 97 98 - 388

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