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Unruhiges Fahrwasser mit Chancen am Aktienmarkt

Domino-Effekt

Windgeschützte Orte schwer zu finden

Chancen am Aktienmarkt

 

Autorin: Hannah Thielcke
Finanzmarkt aktuell per 11. Februar 2022
Hannah Thielcke, Portfoliomanagerin

Hannah Thielcke

Das noch junge Jahr 2022 hatte es bisher in sich. Welche Entwicklungen es zuletzt gab und wie wir diese einordnen, lesen Sie in der neuen Ausgabe von „Finanzmarkt aktuell“:

Domino-Effekt

Hatten Anleger zu Anfang des Jahres überrascht über den Atlantik auf die restriktivere US-Notenbank (Fed) geschaut, zog Ende letzter Woche nun die Europäische Zentralbank (EZB) alle Aufmerksamkeit auf sich. Die expansive EZB-Politik schien noch letzten Mittwoch bis weit ins nächste Jahr als sicher. Am Donnerstag ließ EZB-Präsidentin Christine Lagarde dann die Bombe platzen und wollte eine Leitzinsanhebung noch in diesem Jahr nun nicht mehr ausschließen. Das stellt jetzt auch in Frage, wie lang und in welchem Umfang die EZB ihr Anleihenkaufprogramm fortsetzen wird. Dies zeigt, wie groß die Bedenken der Zentralbanker bezüglich der zuletzt gestiegenen Inflationszahlen sind und wie weit hier mittlerweile die Meinungen auseinandergehen. Aus unserer Sicht ist dies zwar nicht völlig unbegründet, der Inflationsdruck sollte sich jedoch im Jahresverlauf verringern. Die treibenden Faktoren wie Energie- und Rohstoffpreise sowie pandemiebedingte Lieferengpässe sollten abnehmen oder zumindest weniger stark zunehmen. Im laufenden Jahr erwarten wir nach wie vor Inflationszahlen, die über dem Zielwert der EZB von zwei Prozent liegen werden. Bereits im kommenden Jahr sollte die Normalisierung abgeschlossen sein und die Inflation sogar wieder weniger als zwei Prozent betragen. Langfristige fundamentale Trends wie der technologische und demographische Wandel, die die Inflation in der Vergangenheit geringhielten, bleiben in unseren Augen weiterhin intakt und sollten mittelfristig wieder die Überhand gewinnen.

Windgeschützte Orte schwer zu finden

Die Marktreaktion auf die neue EZB-Rhetorik ließ nicht lange auf sich warten. Sowohl Renten- als auch Aktienmärkte beendeten die Woche mit negativen Vorzeichen. Der Start in die neue Woche zeigte jedoch, dass die neuen Informationen verdaut werden konnten. Der Ausverkauf am Rentenmarkt setzte sich vorerst nicht fort, und die Aktienmärkte konnten mit freundlicherer Entwicklung wieder durchatmen. Vorerst sollten die Märkte sich also wieder in etwas ruhigerem Fahrwasser bewegen, bis die Notenbanken neue Tatsachen schaffen. Seit Jahresanfang gab es kaum ein Marktsegment, in dem sich Anleger dem allgemeinen Sog entziehen und positive Erträge erzielen konnten. Insbesondere die Rentenmärkte hatten mit kräftigem Gegenwind zu kämpfen. Nach dieser ersten Bewegung tun sich jedoch aus unserer Sicht auch erste Chancen auf. So zeigen Schwellenländeranleihen in Hartwährung attraktivere Renditen, und auch globale Hochzinsanleihen sind in einem Zinsanhebungszyklus relativ attraktiv. Fundamentale Daten wie die Verschuldungskennziffern und Profitabilität der Unternehmen zeigen sich weiterhin stark und werden unterstützt vom stabilen Konjunkturumfeld.

Chancen am Aktienmarkt

Auch an den Aktienmärkten hinterlassen die Äußerungen der Notenbanker sowie die Veröffentlichungen der Inflationsdaten regelmäßig ihre Spuren. In diese unruhigen Fahrwasser ist es zwar nicht einfach zu navigieren, sie bieten jedoch weiterhin Chancen – insbesondere, da die Unternehmen weiter von einem positiven Konjunkturumfeld profitieren können. Die Gewinnschätzungen wachsen erneut stetig, und die Unternehmen zeigen weiterhin, dass sie auch der aktuell hohen Inflation trotzen können. Nachdem die Aktienmärkte in Schwellenländern 2021 ein schwaches Jahr hatten, erwarten wir im laufenden Jahr eine deutliche Erholung. Diese wird insbesondere von China getrieben, das nach starken regulatorischen Eingriffen im letzten Jahr nun wieder den Fokus auf ein stabiles Wachstum legen sollte. Im Jahr des Tigers und der geplanten Wiederwahl Xi Jinpings zum Staatsoberhaupt soll die wirtschaftliche Entwicklung wieder in geordneteren Bahnen verlaufen. Insbesondere Investitionen in Infrastrukturprojekte und erneuerbare Energien sollten das Wachstum stützen. Das sind durchaus positive Aussichten, nicht nur für den chinesischen Aktienmarkt, sondern auch für Unternehmen weltweit, die von einer starken chinesischen Konjunktur profitieren.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

Ansprechpartner für Journalisten:

Pressesprecher Robert Heiduck, (030) 8 97 98 - 388

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