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Ausblick auf die zweite Jahreshälfte stimmt zuversichtlich

Gut ist nicht gut genug

Klassisches Sparen birgt zunehmend Risiken

China zieht die Zügel an

 

Autor: Daniel Schär
Finanzmarkt aktuell per 6. August 2021
Daniel Schär, Direktor Leiter Portfoliomanagement

Daniel Schär

Die US-Wirtschaft legt weiter kräftig zu und hat das Vorkrisenniveau wieder erreicht, die Unternehmen berichten positiv über die Entwicklung im vergangenen Quartal und trotzdem mag an den Kapitalmärkten nicht so recht Feierstimmung aufkommen. Ob es allein am Sommerloch liegt, und wie wir die aktuelle Lage einschätzen, lesen Sie in der neuen Ausgabe von Finanzmarkt aktuell.

Gut ist nicht gut genug

In der vergangenen Woche berichteten viele Staaten, wie sich deren Wirtschaft im abgelaufenen zweiten Quartal entwickelt hat. Die USA konnten mit einem Wachstum von 6,5%, hochgerechnet auf ein Jahr, gegenüber dem starken ersten Quartal des Jahres noch einmal zulegen. Damit gelang es den Amerikanern als erste G7-Nation, das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Das offensive Agieren der US-Regierung in der Krise gepaart mit der sehr lockeren Geldpolitik hat auch diesmal, genau wie während der Finanzmarktkrise 2008, den gewünschten Erfolg gezeigt. Jedoch hat auch diese Erfolgsbilanz kleine Makel: Die Finanzmarktanalysten hatten eine noch dynamischere Erholung erwartet. Diese wurde jedoch durch das Infektionsgeschehen und die gestörten globalen Lieferketten ausgebremst. Auch wenn die hochgesteckten Erwartungen unerfüllt blieben, sind wir mit Blick auf die zweite Jahreshälfte zuversichtlich gestimmt. Die Erholung der Wirtschaft wird sich unserer Meinung nach trotz der Pandemie- und Inflationsrisiken fortsetzen, wenn auch wahrscheinlich mit abgemilderten Tempo. Die US-Notenbank hat uns in diesem Bild bestätigt. Auf der letzten Notenbanksitzung wurden keine maßgeblichen Änderungen der Geldpolitik angekündigt. Somit ist mit einer Ankündigung des sogenannten Taperings bzw. der Reduzierung der Anleihekäufe im weiteren Jahresverlauf und damit mit einer Normalisierung der Geldpolitik zu rechnen. Das spricht für eine weitere Erholung der US-Wirtschaft. Das BIP der Eurozone hat zwar das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht, jedoch hat die Dynamik deutlich zugenommen und übertrifft mit 8,3% (annualisiert gegenüber dem Vorquartal) sogar das Wachstum der USA. Die positive Dynamik wird auch von den Einkaufsmanagern der Unternehmen in der Eurozone bestätigt. Die jüngste Umfrage deutet für das Gesamtjahr 2021 auf das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2007 hin.

Klassisches Sparen birgt zunehmend Risiken

Zwei unangenehme Begleiterscheinungen der Erholungsbewegung haben wir in den letzten Ausgaben unseres Newsletters intensiv beleuchtet – Inflation und Niedrigzinsen. Die Preissteigerung ist mit 3,8% auf ein 27-Jahreshoch in Deutschland geklettert. Die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen nähert sich mit -0,5% langsam ihren Tiefstständen. Das bedeutet, dass sicherheitsorientierte Anleger, die ihr Spargeld in deutschen Bundesanleihen anlegen, aktuell einen jährlichen Kaufkraftverlust von 4,3% erleiden. Ähnlich sieht es mit Sparanlagen oder dem guten alten Sparstrumpf unter dem Kopfkissen aus. Damit stellt die deutsche Realverzinsung einen traurigen neuen Negativrekord auf. Das Bild könnte sich in den kommenden Monaten sogar noch einmal verschlechtern, ehe die Belastung durch die Inflation wieder abnimmt. Es empfiehlt sich weiterhin, nur den „Notgroschen“ in sehr sicheren Anlageformen anzulegen. Die von uns seit langem empfohlenen Sachanlagen wie Aktien und Immobilien ergänzt um Gold sind für langfristige Anlagen besser geeignet, um die Kaufkraft real zu erhalten.

China zieht die Zügel an

Aktuell läuft die Berichtssaison der Unternehmen auf Hochtouren, und die Nachrichten sind insgesamt positiv einzustufen. Die Gewinne sprudeln wieder kräftig und erholen sich einhergehend mit der Wirtschaft von den Belastungen des Vorjahres. Allerdings halten sich viele Unternehmen beim Ausblick zurück, da es schwerfällt, die Pandemieentwicklung im nahenden Herbst zu prognostizieren. Auch die angespannten Lieferketten und gestiegenen Preise für Vorgüter sowie Rohstoffe belasten den Ausblick. Die bereits begonnene Konsolidierungsphase der Aktienmärkte sollte somit in unseren Augen anhalten. Auffällig schwach präsentierten sich in den vergangenen Monaten chinesische Aktien. Die chinesische Regierung setzt zunehmend Zeichen, Wachstum nicht mehr als erstes Ziel anzustreben, sondern der Qualität des Wachstums eine ebenso große Rolle einzuräumen. Die Regeln ändern sich spürbar für die großen und mächtigen chinesischen Unternehmen, und soziale Aspekte sind in den Zukunftsplänen der Unternehmen stärker zu berücksichtigen. Im letzten Jahr begann die Regierung, der digitalen Finanzindustrie Grenzen aufzuzeigen. In diesem Jahr rücken nun andere Bereiche wie Bildung und Computerspiele in den Blickpunkt. Wie weit der Eingriff sich fortsetzen wird, ist reine Spekulation. Die internationalen Investoren ziehen sich jedoch aufgrund der Unsicherheiten erstmal zurück, bis mehr Klarheit herrscht. Eins ist jedoch klar: Um die ambitionierten Ziele der Regierung zu erreichen und zur wichtigsten Wirtschaftsnation der Welt aufzusteigen, bedarf es des Know-Hows und der Kreativität der Privatwirtschaft.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

Ansprechpartner für Journalisten:

Pressesprecher Robert Heiduck, (030) 8 97 98 - 388

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