Autor: Sebastian Iring, Direktor und Leiter Privatkunden der Weberbank
Sehr oft hören wir in unseren Beratungsgesprächen von Kundinnen und Kunden, die im Alter, zum Beispiel aufgrund geringer Renteneinkünfte, (teilweise) von ihrem Vermögen leben müssen, die Frage, wie viel Risiko sie einzugehen bereit sein müssten.
Auf der einen Seite gilt es, die Inflation zu kompensieren, auf der anderen Seite will man das Vermögen keinem großen Risiko aussetzen – schließlich soll es ja den Lebensstandard finanzieren. Ersteres ist nach Steuern und Kosten beim aktuellen Zinsniveau mit reinen Zinsanlagen nicht möglich, Letzteres verbietet sich, weil damit die Altersvorsorge im Feuer stünde.
Das Risiko ist entscheidend
Wie kann man das Dilemma lösen? Oft entscheiden sich Anlegerinnen und Anleger für die Variante „keine Aktien in der Verzehrphase“, um nicht in schwachen Marktphasen Vermögen womöglich mit Verlust für den Lebensunterhalt liquidieren zu müssen, denn die regelmäßigen Zahlungen für Krankenversicherung, Miete oder Wohngeld laufen ja unabhängig von den Marktschwankungen weiter. Sie greifen ausschließlich zu renditearmen Anlageformen wie Tages- oder Festgeldern, um ruhig schlafen zu können, auch wenn man damit Renditemöglichkeiten verschenkt.
Sicherheit bei den Einnahmen – Zeit für Schwankungen
Um in der Verzehrphase frei nach Kostolany nicht nur gut schlafen, sondern auch gut essen zu können, kann es eine clevere Lösung sein, mit einer „temporären Rente“ Zeit zu gewinnen, die man für renditestärkere, aber schwankungsreichere Anlagen benötigt. Das Vermögen wird also aufgeteilt in einen Teil, der sichere und verlässliche Zahlungen liefert, und einen anderen Teil, der für eine höhere Rendite genutzt wird und langfristig im Aktienmarkt investiert bleiben kann.
Ein Beispiel aus der Praxis
Nach langjähriger Selbstständigkeit hat sich ein 5-jähriger Anleger ein Vermögen in Höhe von 1.000.000 Euro aufgebaut. Er verfügt über eine überschaubare Rente von 600 Euro bei monatlichen Ausgaben von 3.500 Euro. Aus dem Vermögen müssen somit monatlich netto 2.900 Euro zur Deckung der Ausgaben erwirtschaftet beziehungsweise entnommen werden. Mit dem Anleger wurde zunächst in einem Gespräch festgelegt, welche Liquiditätsreserve für unvorhergesehene und schon geplante Ausgaben erforderlich ist. Anschließend konnten die monatlichen Ausgaben für die kommenden 15 Jahre mit einem verzinsten, kapitalverzehrenden Auszahlplan als „temporäre Rente“ gedeckt werden. Das verbleibende zur Verfügung stehende Vermögen kann der Anleger in Abhängigkeit seiner persönlichen Risikoneigung zur Erzielung einer höheren Rendite weiterhin langfristig am Aktienmarkt anlegen. In unserem Beispiel sollte das Kapital real, das heißt nach Inflation, Steuern und Kosten, erhalten werden, um eine komfortable Vermögenssituation für die Zeit nach dem Auszahlplan zu schaffen. Wie der Kunde die dafür erforderliche Rendite von circa 5 Prozent pro Jahr am Aktienmarkt erzielen kann und welche Risiken und Szenarien dabei zu beachten sind, wurde ihm in einem individuellen Beratungsgespräch erläutert.
Fazit
Die Kombination aus „temporärer Rente“ und Aktienanlage kann zwei Ziele verbinden, die in der Vermögensplanung oft im Spannungsfeld stehen: Stabilität im Einkommen und Wachstum im Vermögen. In der ganzheitlichen Finanzplanung der Weberbank erarbeiten wir mit unseren Kundinnen und Kunden unter Berücksichtigung ihrer individuellen Risikoneigung eine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie für möglichst hohe Sicherheit und Rendite.
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