Autor: Sascha Rehbein
Finanzmarkt aktuell per 25. Juli 2025
Sascha Rehbein, CFA, Portfoliomanager
Inmitten der Bilanzsaison und kurz vor dem Sommerloch beobachten wir entspannte Aktienmärkte, die seit April nur noch eine Richtung kennen: aufwärts! Parallel nimmt die Zahl der Länder weiter zu, mit denen Donald Trump pro-amerikanische Handelsabkommen schließt. Wie es aus unserer Sicht in den kommenden Monaten weitergeht und welche Themen den Kapitalmarkt aktuell antreiben, lesen Sie in der heutigen Ausgabe von „Finanzmarkt aktuell“:
Von Allzeithoch zu Allzeithoch
Am amerikanischen Aktienmarkt herrscht weiterhin eine ausgelassene Stimmung. Nach dem kurzfristigen Rücksetzer im April strotzt der US-Leitindex S&P 500 aktuell vor Stärke und eilt von einem Allzeithoch zum nächsten. Die hohen Bewertungsniveaus werden dementsprechend ignoriert, und die volle Aufmerksamkeit wird der laufenden Bilanzsaison geschenkt. Hier können wir beobachten, dass die ersten Ergebnisse aus den USA sehr erfreulich aussehen, insbesondere aus der Finanzwelt. Die Banken haben von den hohen Kapitalmarktschwankungen der letzten Monate profitieren können und ausgezeichnete Zahlen durch ihre Einnahmen aus dem Wertpapierhandel präsentiert. Auch der Technologiesektor kann seine Erfolgsserie fortsetzen und weist erneut deutlich zweistelliges Ertragswachstum aus. Die amerikanischen Exporteure erleben aufgrund des schwachen US-Dollars einen starken Rückenwind und können somit erfreuliche Bilanzen präsentieren. Zu den aktuellen Verlierern gehören die Rohstoffunternehmen, die weiterhin unter einer schwachen Nachfrage leiden. Gleiches gilt im Übrigen auch für den Konsumsektor, da sich der ansonsten konsumfreudige US-Bürger in diesem Jahr deutlich stärker zurückhält. Die Zollpolitik des US-Präsidenten schürt weiterhin die Angst vor einem erneuten Preisschub und führt dementsprechend zu einer schwachen Nachfrage in den Shopping Malls. Wir bleiben in Summe für die Aktienmärkte, und insbesondere für den amerikanischen, sehr positiv gestimmt. Die europäische Kursdynamik hat hingegen zuletzt wieder etwas an Fahrt verloren.
Auswirkungen der Handelspolitik zunehmend sichtbar
Trotz der Sorglosigkeit des Aktienmarktes kann man aus den Ausführungen der Managementriege eine anhaltende Verunsicherung aufgrund der Zollpolitik der USA wahrnehmen. Investitionsentscheidungen werden weiterhin vertagt, und auch in den klassischen volkswirtschaftlichen Daten finden sich die ersten Effekte wieder: So sind die letzten Inflationszahlen in den USA von 2,4 Prozent auf 2,7 Prozent angesprungen. Gleichzeitig verrät der Blick ins Detail, dass klassische Importgüter, wie zum Beispiel Haushaltsgeräte und Freizeitgüter, zuletzt im Preis stärker angestiegen sind und sich somit die Folgen der Zollanhebungen vermehrt zeigen. Die amerikanische Notenbank hält sich aufgrund dessen seit Anfang des Jahres mit Zinssenkungen zurück und ist weiterhin in einer abwartenden Haltung. Die europäische Zentralbank (EZB) hat nach acht Zinssenkungen in den vergangenen 12 Monaten nun eine Pause eingelegt. Aus unserer Sicht ist diese auch gerechtfertigt, da sich die europäische Konjunktur zuletzt besser als erwartet entwickelt hat und mit Blick auf das kommende Jahr durch die Fiskalpolitik einen zusätzlichen Antrieb erhalten sollte.
Renditen auf attraktiven Niveaus
Am Rentenmarkt haben diese beiden Themen zu ansteigenden Renditen bei deutschen Bundesanleihen geführt und bewegen sich aus unserer Sicht somit auf attraktiven Niveaus. Die Risikoprämien, wie zum Beispiel von Unternehmensanleihen, sind hingegen auf niedrige Niveaus gefallen und zeigen ähnlich wie am Aktienmarkt eine deutliche Sorglosigkeit. So wird aus Sicht des Marktes die anstehende Zollfrist im August zunehmend unwichtiger, da in den letzten Wochen mit diversen Ländern neue Handelsabkommen verkündet wurden und selbst die Gespräche mit der Europäischen Union zuletzt einen positiven Schwenk genommen haben. Das heißt für die Rentenmärkte mit Risikoprämien allerdings auch, dass bei weiteren Rückgängen der Renditeaufschläge die Attraktivität einer Investition stark hinterfragt werden sollte. Wir agieren dementsprechend selektiv und setzten weiterhin auf Emittenten mit hoher Bonität.
Haftungsausschluss:
Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.
Ansprechpartner für Journalisten:
Pressesprecher Robert Heiduck, (030) 8 97 98 - 388
Wir verwenden Cookies, die unbedingt erforderlich sind, um Ihnen unsere Website zur Verfügung zu stellen. Wenn Sie Ihre Zustimmung erteilen, verwenden wir zusätzliche Cookies, um zum Zwecke der Statistik (z.B. Reichweitenmessung) und des Marketings (wie z.B. Anzeige personalisierter Inhalte) Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website zu verarbeiten. Hierzu erhalten wir teilweise von Google weitere Daten. Weiterhin ordnen wir Besucher über Cookies bestimmten Zielgruppen zu und übermitteln diese für Werbekampagnen an Google. Detaillierte Informationen zu diesen Cookies finden Sie in unserer Erklärung zum Datenschutz. Ihre Zustimmung ist freiwillig und für die Nutzung der Website nicht notwendig. Durch Klick auf „Einstellungen anpassen“, können Sie im Einzelnen bestimmen, welche zusätzlichen Cookies wir auf der Grundlage Ihrer Zustimmung verwenden dürfen. Sie können auch allen zusätzlichen Cookies gleichzeitig zustimmen, indem Sie auf “Zustimmen“ klicken. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit über den Link „Cookie-Einstellungen anpassen“ unten auf jeder Seite widerrufen oder Ihre Cookie-Einstellungen dort ändern. Klicken Sie auf „Ablehnen“, werden keine zusätzlichen Cookies gesetzt.