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Wichtige Treiber für 2021

Trillion Dollar Baby

In den Startlöchern

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt

 

Autorin: Hannah Thielcke
Finanzmarkt aktuell per 22. Januar 2021
Hannah Thielcke, Portfoliomanagerin

Hannah Thielcke

Endlich business as usual? Zu diesem besonderen Jahreswechsel haben sich wohl so viele Menschen wie noch nie darauf gefreut, ihre alten Gewohnheiten im neuen Jahr wieder aufnehmen zu können. Welche Treiber für uns in 2021 wichtig sind, lesen Sie in der heutigen Ausgabe von Finanzmarkt aktuell.

Trillion Dollar Baby

Die expansive Geld- und Fiskalpolitik bleibt uns erhalten. Einen Vorgeschmack auf seine kommende Amtszeit gab Joe Biden in der letzten Woche, als er nähere Details seines umfassenden Hilfspakets enthüllte. Mit fast zwei Billionen US-Dollar sollen private Haushalte, Unternehmen und öffentliche Stellen nun zusätzlich unterstützt werden. Mitte Februar will Biden außerdem ein Infrastrukturpaket und das bereits angekündigte Steuerprogramm vorstellen. Die geplanten Maßnahmen bestätigen die sehr positiven Erwartungen der Analysten für die US-Wirtschaft und lassen uns optimistisch über den Atlantik schauen. Der frisch vereidigte US-Präsident hat sich viel vorgenommen und schreitet entschlossen zur Tat. Allein fünfzehn seiner Vorhaben hat er an seinem ersten Tag im Amt auf den Weg gebracht – darunter unter anderem der Startschuss zur Rückkehr ins Pariser Klimaabkommen. In Europa freut man sich auf die Zusammenarbeit, blickt jedoch mit gemischteren Gefühlen ins gestartete Jahr. Die Impfungen laufen vielerorts noch schleppend an, die Neuinfektionen bewegen sich weiterhin auf hohen Niveaus und die Wirtschaft muss durch die erneut verlängerten Lockdown-Maßnahmen einen weiteren Schlag verkraften. Hinzu kommt – wie zuletzt in Italien – die Unsicherheit über die Verteilung der Hilfsmaßnahmen auf politischer Ebene. Die gibt es in China zwar nicht, doch auch dort ist die Pandemie noch nicht vollends überstanden. Zuletzt tauchten wieder vermehrt regionale Infektionscluster auf, die direkt mit harten Maßnahmen und der Abriegelung kompletter Städte bekämpft wurden. Diese Strategie hat sich bisher bewährt und sollte auch dieses Mal die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen in Grenzen halten. Unterdessen ist der Blick der chinesischen Regierung fest in die Zukunft gerichtet. Das Vorgehen passt damit auch zum chinesischen Tierkreiszeichen im kommenden Jahr des Büffels: Die pandemiebedingte fiskal- und geldpolitische Unterstützung soll aufgrund des schon jetzt wieder in Schwung gekommenen Wirtschaftswachstums zwar sanft aber stetig und entschlossen zurückgefahren werden.

In den Startlöchern

Allerorts wird gebannt auf die Impfzahlen geschaut: Wie viele Menschen werden täglich geimpft und wann erreichen wir die ersehnte Herdenimmunisierung? Eine breite Immunisierung erscheint laut vielen Experten im Sommer realistisch. Wenn sich in der Folge die Volkswirtschaften rund um den Globus komplett wieder öffnen, könnten enorme Kräfte frei werden, die das Wirtschaftswachstum beschleunigen und die aktuellen Schätzungen vieler Analysten übertreffen. Die in vielen Ländern durch die Coronakrise deutlich angestiegenen Sparquoten der Privathaushalte, die zusätzliche Unterstützung aus der Staatskasse sowie ein historisch niedriges Zinsumfeld bergen ein enormes Potential. Sollten diese angestauten Reserven wieder in Konsum und Investitionen münden, scheint dieses Szenario wahrscheinlich. Doch so gern wie wir alle unser Leben wieder in gewohnte Bahnen lenken wollen – die durch die Pandemie angestoßenen oder beschleunigten Veränderungen werden unumkehrbar sein. Wir haben in vielen Bereichen unsere Art zu leben, zu denken und zu arbeiten geändert. Home Office-Möglichkeiten sind weitreichend verfügbar und wir arbeiten auf digitalen Plattformen mit Kollegen zusammen. Geschäftsreisen wurden durch digitale Konferenzen ersetzt und abends nehmen wir per Videocall an einem Kochkurs oder einer Weinprobe teil. Samstags in den Supermarkt für den Wocheneinkauf und dort mit weiteren hundert Leuten an der Kasse anstehen? Dann doch lieber die Lebensmittel einfach bequem nach Hause liefern lassen. Viele dieser neu erlernten Gewohnheiten werden wir auch in der Zeit nach der Pandemie beibehalten und so werden viele dieser neuen Geschäftsmodelle dauerhaft die Oberhand gewinnen. Die Geschwindigkeit der Veränderung hat sich noch einmal deutlich beschleunigt – wer den Start verpasst, bleibt zurück.

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt

Nicht nur Goethes Protagonisten, sondern auch die Kapitalmärkte leben Extreme. Während die Stimmung im vergangenen März noch im Keller war, springen wir aktuell in vielen Marktsegmenten von Allzeithoch zu Allzeithoch. Dafür gibt es zwar gute Gründe wie beispielsweise die enorme durch die Notenbanken bereitgestellte Liquidität und die Hoffnung auf eine starke wirtschaftliche Erholung, jedoch zeigen nun einige Indikatoren eine Überhitzung des Marktes an. Zwischenzeitliche Kurskorrekturen – insbesondere nach einer so starken Rallye – sind vollkommen normal und sollten langfristig orientierte Investoren aktuell nicht aus der Ruhe bringen. Unser Ausblick bleibt daher trotz möglicher kleinerer Rücksetzer weiterhin positiv. Kurzfristige Korrekturen sehen wir als Kaufchancen. Unserem Portfolio mischen wir zudem aktuell Titel bei, die besonders von einer zyklischen Erholung der Wirtschaft profitieren. Das sind in unseren Augen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Auch am Rentenmarkt sorgt die Mischung aus weitreichender Notenbankunterstützung und der absehbaren Herdenimmunisierung weiterhin für niedrige Risikoaufschläge. Gleichzeitig hat sich jedoch bei Unternehmen mit schwächerer Bonität die Verschuldung deutlich erhöht. Auf mittelfristige Sicht kann das dann zum Problem werden, wenn die Unternehmen nicht in diese größeren Schuhe hineinwachsen können. Da wir jedoch von einer positiven Entwicklung der Wirtschaft auch über das Jahr 2021 hinaus rechnen, haben wir darauf zwar immer ein Auge, erwarten an der Stelle jedoch keine größeren Eskapaden.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

Ansprechpartner für Journalisten:

Pressesprecher Robert Heiduck, (030) 8 97 98 - 388

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