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Die Aussichten an den Kapitalmärkten

Sonnig
Wolkig
Heiter

 

Autor: Björn Hallex
Finanzmarkt aktuell per 9. Juli 2021
Björn Hallex, CEFA / CIIA, Portfoliomanager

Björn Hallex

Sonnig, wolkig oder heiter? Nach den ersten sechs Monaten des Jahres ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich Gedanken über die Strategie des restlichen Jahres zu machen. Muss komplett umgestellt werden oder kann die aufgestellte Mannschaft das Vertrauen weiter ausspielen? Erfahren Sie mehr dazu in der neuen Ausgabe von Finanzmarkt aktuell.

Sonnig

Um die Frage nach dem Schwung der aktuellen Wirtschaftserholung zu beantworten, schauen wir gern auf die Auftragsbestände zum Beispiel aus den USA, die eine deutliche Zunahme signalisieren. In Verbindung mit einem niedrigen Lagerbestand dürfte die Industrieproduktion dadurch auch in den nächsten Monaten positiv unterstützt bleiben. Zumal die Produktionskapazitäten noch nicht vollständig ausgenutzt sind. Gegenspieler sind allerdings weiter die Probleme in den Lieferketten und fehlende Rohstoffe. Der Konsument ist wie erwartet mit den Lockerungsmaßnahmen sehr ausgabefreudig und unterstützt nach der langen Durststrecke den Dienstleistungssektor, der wiederum mit dem Aufbau von Arbeitskräften vor allem im Niedriglohnsektor des Gaststätten- und Hotelgewerbes zu tun hat. Diese Fachkräfte sind nämlich in der Zwischenzeit in andere Branchen wie der Logistik ausgewichen. Gerade im Dienstleistungssektor wäre das Risiko in unseren Augen auch größer, bei einer möglichen vierten Welle erneut von Schließungsmaßnahmen getroffen zu werden. Mit den Erfahrungen aus dem ersten Quartal des Jahres wären erneute Restriktionen nur in Verbindung mit einer hohen Rate an schweren Krankheitsverläufen bzw. Krankenhausaufenthalten zu erwarten. Somit sollte das Wachstum weiter fortschreiten, allerdings nun mit etwas weniger Dynamik. In Verbindung mit einer weiter hohen Sparquote und den noch ausstehenden bzw. in den nächsten Monaten ihre Wirkung entfaltenden Fiskalpaketen steht die Verteidigung für das Wirtschaftswachstum bereit. Die Schwäche in der Abwehrkette könnten die Notenbanken liefern, wenn Sie in den nächsten Monaten nicht klar den Pfad einer Normalisierung erläutern. Am Rentenmarkt ist das Sommerloch schon zu spüren. Nachdem die Europäische Notenbank (EZB), wie angekündigt, ihre Kaufprogramme in den letzten Wochen stärker ausnutzte, dürfte sie dieses hohe Tempo in den Monaten Juli und August nicht weiter durchhalten. Aus unserer Sicht sollte sich die Beruhigung an den europäischen Rentenmärkten fortsetzen können, solange sich die Tonart nicht wieder in Richtung weniger Expansivität verschärft.

Wolkig

Neben den Preisanstiegen bei Industriemetallen und zuletzt auch bei Agrarrohstoffen fällt der Blick zunehmend auf den Ölpreis. Hintergrund ist, dass sich die Mitglieder des OPEC-Ölkartells, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, nicht auf eine Ausweitung der Fördermenge einigen konnten. Dabei sind beide Länder durchaus in der Lage und Willens, die Fördermenge der aktuellen Nachfrage anzupassen. Streitpunkt ist die Verlängerung der Begrenzung der bisher vereinbarten Fördermenge. Hier fühlen sich die Vereinigten Arabischen Emirate benachteiligt und möchten ihre Position verbessern, was die anderen Mitglieder jedoch ausschließen. Dazu kommt, dass augenscheinlich die westliche Welt ebenfalls nicht in der Lage oder nicht gewillt ist, die Produktion auszuweiten. Abzulesen ist dies zum Beispiel an der konstanten Fördermenge der USA. Da wir nicht mit einer Auflösung des Kartells und damit verbunden einer deutlichen Ausweitung der Ölproduktion rechnen, sollte kurzfristig der Ölpreisanstieg weiter unterstützt sein. Interessanterweise hören wir von Unternehmensseite noch keine Hinweise auf eine Belastung durch die letzten Preisanstiege.

Heiter

Heiter, eitel Sonnenschein, so könnte das erste Halbjahr an den Aktienmärkten bezeichnet werden. Und dies trotz der deutlichen Einschränkungen, vor allem im ersten Quartal des Jahres. Wer auf Lockerungen der Corona-Maßnahmen zum Sommer hin gesetzt hat, wird sich über eine gute Wertentwicklung freuen. Die Frage ist in einer solchen Situation gern damit verbunden, ob die Entwicklung so weitergehen kann? Bei der Aktienbewertung, gemessen anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses, beobachten wir in den letzten Wochen einen Rückgang der vorgenannten Kennzahl. Und dies ist ein positives Zeichen – besagt es doch, dass die Gewinne stärker steigen als die Kurse. Bei den Favoriten des ersten Halbjahres deutet sich ein Trendwechsel an. Es werden wieder Wachstumstitel bevorzugt und hier vor allem die Technologietitel. Daneben sehen wir weiter Unterstützungspotenzial in den Bereichen Rohstoffe, Pharma, Industrie und Banken.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

Ansprechpartner für Journalisten:

Pressesprecher Robert Heiduck, (030) 8 97 98 - 388

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