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Es bleibt weiterhin spannend an den Kapitalmärkten!

Konjunktur: Eventrisiken selbst zum Jahresende

Aktien: US-Aktien setzen Höhenflug fort

Renten: Staatsanleihen unter Druck

 

Autor: Sascha Rehbein
Finanzmarkt aktuell per 2. Dezember 2016
Sascha Rehbein, CFA, Portfoliomanager

Sascha Rehbein

Nachdem der Kapitalmarkt in diesem Jahr zahlreiche Ereignisse, wie zum Beispiel das Brexit-Referendum und die USWahlen, verkraften musste, können wir uns im Dezember endlich entspannt zurücklehnen und uns auf die ruhigen und besinnlichen Feiertage freuen... Weit gefehlt! Es bleibt weiterhin spannend an den Kapitalmärkten! Am Wochenende stehen das Referendum in Italien und die Präsidentschaftswahlen in Österreich an. Das Referendum wird nicht nur über die künftige Reformfähigkeit des wachstumsschwachen Italien entscheiden, sondern gegebenenfalls auch die politische Spitze durchrütteln. Österreich hingegen läuft Gefahr, dem Nationalismus in Europa neuen politischen Einfluss zu geben und den Populismus weiter zu stärken. Aber auch über das kommende Wochenende hinaus wird es nicht langweilig. Denn von den altbekannten Impulsgebern, den Notenbanken, dürfen wir zum Jahresendspurt noch hohe Aktivität erwarten. So sollte die EZB am kommenden Donnerstag endlich eine Verlängerung ihres Anleihekaufprogramms verkünden und möglicherweise an der einen oder anderen Stellschraube des Kaufprogramms drehen. In der darauffolgenden Woche erwarten wir von der US-Notenbank den zweiten Zinsschritt. Nachdem die Fed im vergangenen Jahr die erste Zinserhöhung durchgeführt hatte, zeigte sie sich in diesem Jahr sehr vorsichtig aufgrund der diversen Kapitalmarktverwerfungen. Doch die wirtschaftliche Entwicklung der USA setzt Frau Yellen zunehmend unter Druck. Das Wachstum zieht an, der Arbeitsmarkt befindet sich kurz vor der Vollbeschäftigung und selbst die Inflation wird voraussichtlich in den kommenden Monaten die 2%-Zielmarke durchschreiten.

Die anstehenden Notenbank-Entscheidungen treffen auf einen bereits angespannten Anleihemarkt. Insbesondere Staatspapiere mussten in den vergangenen Wochen Kursrückgänge verkraften. Einer der größten Einflussfaktoren für diese Entwicklung ist in der anziehenden Inflationserwartung zu finden. Hierbei spielen zum einen die Erwartungen an das große Fiskalprogramm Trumps eine wichtige Rolle, aber auch die OPEC-Einigung zur Drosselung der Ölproduktion hat sich zuletzt auf die Inflationserwartung ausgewirkt. Somit sind wir weiterhin vorsichtig und halten die Duration unserer Anleiheportfolios auf sehr niedrigem Niveau. Optimistischer sind wir für US-Unternehmensanleihen geworden. Mit dem Wahlsieg von Donald Trump sollten US-Unternehmen von erhöhten heimischen Infrastrukturausgaben, einer geringeren Steuerlast und Deregulierung in den Sektoren Finanzen und Energie profitieren. Somit empfehlen wir, die Investitionsquote von bonitätsschwächeren Unternehmensanleihen aus den USA zu erhöhen. Gleichzeitig empfehlen wir, dieses Segment mit einer niedrigen Laufzeit einzusetzen. Dies hat den Hintergrund, dass wir ein Umfeld von gutem Wirtschaftswachstum gepaart mit einer anziehenden Inflation in den USA erwarten, was wiederum für eine restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank spricht. Vorsichtiger sind wir hingegen gegenüber Schwellenländeranleihen geworden. Der erwartete Protektionismus der Trump-Administration hat das Wachstumsbild diverser Schwellenländer eingetrübt. Gleichzeitig sollte ein erhöhtes Zinsniveau in den USA die relative Attraktivität der Schwellenländeranleihen mindern. Somit steht dieses Segment im Moment unter einer verstärkten Beobachtung in unseren Portfolios.

Auch an den Aktienmärkten hilft es momentan zu differenzieren. Während die großen US-Indizes von einem neuen Allzeithoch zum nächsten eilen, verhalten sich die europäischen Aktienmärkte etwas zurückhaltend. Ein Blick auf den DAX beispielsweise verrät, dass sich die deutschen Aktien seit dem Spätsommer in einem Seitwärtsmarkt befinden und es nicht schaffen, nachhaltig die 10.800er Markte zu durchbrechen. Dementsprechend bleiben wir weiterhin in USTiteln übergewichtet und werden auch hier von den positiven Impulsen der zukünftigen Trump-Politik in unserer Meinung unterstützt. Analog zu den bereits getätigten Ausführungen zu Schwellenländeranleihen sind wir auch für die Aktienmärkte aus diesen Regionen skeptischer geworden und raten hier zur Vorsicht.

Für ein Übergewicht der US-Aktienmärkte spricht im Übrigen auch unsere Währungsmeinung. Analog zu unserem positiven Wachstumsbild der USA, einer restriktiveren Fed und diversen Unsicherheiten in der Eurozone – hierzu gehören unter anderem zahlreiche Wahlen im kommenden Jahr sowie der angeschlagene Bankenmarkt in Italien – gehen wir von einem starken US-Dollar aus. Hierbei können wir uns einen Test der Parität durchaus vorstellen, was Investitionen in US-Aktien zusätzlich unterstützt.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation haben wir entweder selbst angestellt oder aus von uns als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt können wir für die Richtigkeit unserer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

Ansprechpartner für Journalisten:

Pressesprecher Robert Heiduck, (030) 8 97 98 - 388

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