Mehrere Personen betrachten und fotografieren Kunstwerke in einer Galerie, darunter ein großformatiges Bild mit verschwommenen menschlichen Figuren.

„Philanthropie fördert Zukunft“ 

Professor Markus Hilgert, Präsident der Universität der Künste Berlin, ist zugleich Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung der UdK. Im Gespräch wirbt er für eine langfristige Investition in unsere Gesellschaft und zeigt auf, wie viel selbst kleinere Förderbeträge für die Studierenden bewirken können.

Herr Professor Hilgert, die Stiftung der UdK Berlin bietet allen, die Ihre Universität fördern wollen, viele Möglichkeiten des Engagements. Dazu gehört das Deutschlandstipendium. Wie funktioniert dieser Fonds?

Diese Fördermöglichkeit ist eine wirklich sehr gute Sache, die direkt bei den Studierenden ankommt. Das Deutschlandstipendium ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstütztes Programm, für das wir an der UdK Berlin einen Fonds eingerichtet haben. Es zeichnet exzellente Studierende aus, die durch eine finanzielle Unterstützung die Möglichkeit erhalten, sich noch mehr auf ihr Studium zu konzentrieren. Das Prinzip des Deutschlandstipendiums ist klug durchdacht, fährt zweigleisig.

Zum einen haben Förderinnen und Förderer die Möglichkeit, durch ihre Spende ein komplettes Stipendium zu finanzieren. Hierfür zahlen sie eine Summe von 1.800 Euro, die dann durch das Bundesministerium verdoppelt wird. In diesem Fall besteht für die Fördernden die Möglichkeit, den künstlerischen Bereich, in dem unterstützt werden soll, zu wählen. Hat jemand beispielsweise eine besondere Affinität zum Schauspiel oder zum Kino, so kann die Person bestimmen, dass genau in diesem Bereich ein werdender Schauspieler oder eine angehende Filmregisseurin gefördert wird. 

Aber auch Spenden von weniger als 1.800 Euro haben einen großen Effekt. Förderinnen und Förderer spenden einen Betrag ihrer Wahl – das kann auch in einer kleinen Größenordnung sein –, der in den Fonds eingeht. Sobald 1.800 Euro erreicht sind, verdoppelt auch hier das Bundesministerium die Summe und ermöglicht damit ein Stipendium. So können monatlich 300 Euro über eine Förderlaufzeit von zwölf Monaten an einen Studierenden ausgezahlt werden. 

Welche Möglichkeiten zur Förderung gibt es neben dem Deutschlandstipendium?

Die Zusammenarbeit mit Mäzeninnen und Stiftern ist aktuell für uns bedeutsamer denn je. Sie wissen sicher um die finanzielle Situation der Universitäten und Hochschulen in Berlin und um die massiven Sparauflagen, denen wir unterliegen. Durch die finanzielle Unterstützung von außen können wir neben Stipendien beispielsweise auch Zuschüsse zum Materialien- und Instrumentenkauf oder Preise im Rahmen von Wettbewerben ermöglichen. 

Mir ist jedoch etwas anderes noch wichtiger: Mit den staatlichen Zuschüssen werden wir auf absehbare Zeit nur noch das Notwendigste finanzieren können, vor allem Personal- und Betriebskosten. Um die UdK Berlin als größte künstlerisch-wissenschaftliche Universität Deutschlands weiterzuentwickeln und zu stärken, sind wir dringend auf die Förder- und Spendenbereitschaft von Privatpersonen und Unternehmen angewiesen. Im philanthropischen Engagement liegt die Zukunft der UdK Berlin. Das Ziel der Stiftung ist es daher, dauerhaft zur Förderung von Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft und Forschung beizutragen. Damit verfolgt sie den Ewigkeitsgedanken. Dem folgen auch immer mehr Personen in Hinblick auf ihr Vermächtnis. Denn wer uns testamentarisch bedenken möchte, kann damit nachhaltig Gutes bewirken. 

Großes historisches Gebäude mit vielen Fenstern und einem spitzen Dach, davor lange Menschenschlange und viele Fahrräder an der Straße
Wenn die UdK zu ihren jährlichen Tagen der offenen Tür einlädt, stehen die Menschen Schlange.

Welches Projekt genießt gerade Ihre besondere Aufmerksamkeit?

Am 17. Juli beginnen die „Tage der offenen Tür“ – der Rundgang – an der UdK Berlin. An drei Tagen bieten wir einen Blick hinter die Kulissen, in die Werkstätten, die Ateliers, Probebühnen, Konzertsäle und Studios. Das Besondere an einer künstlerischen Universität ist ja – im Gegensatz zu Kultureinrichtungen –, dass es hier vor allem um den kreativen Prozess geht, den Weg zum Kunstwerk. Dies nachzuverfolgen, im Gespräch mit den jungen Kunstschaffenden, Musikerinnen und Gestaltern vor Ort, dafür bietet der Rundgang einen wunderbaren, stimmungsvollen Moment. Die Studierenden arbeiten bereits jetzt auf Hochtouren, um Mitte Juli zu zeigen, was im vergangenen Studienjahr entstanden ist, inklusive der Abschlussarbeiten. 

Es gibt also viele junge Talente zu entdecken – und zu fördern. Beim Rundgang bietet die UdK Berlin einen Blick „in den Maschinenraum“: Allein die Werkstätten anzuschauen ist hochinteressant; Metall, Stein, Druck, Fotografie … das ist schon ein Erlebnis, das so hautnah mitzubekommen. Jeder und jede ist eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen. Nicht in erster Linie, um zu spenden – worüber wir uns natürlich sehr freuen würden –, sondern um direkt vor Ort zu erleben, was die Kunst, die Musik, die Bühnenkünste und die Gestaltung für uns alle als Gemeinschaft bedeuten, was eine Universität der Künste auszeichnet und wie unsere Studierenden für ihre Arbeit leuchten.

Text: Anke Bracht
Foto: © Moritz Haase, © Nikolaus Brade
Datum: Juni 2026

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