Klassenzimmer, Schüler folgen des Erklärungen eines Lehrers, der an der Tafel eine geometrische Formel erklärt. Alle Personen sind nur von hinten zu sehen.

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Frontalunterricht ist immer noch Standard an deutschen Schulen. Die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen ermuntert Lehrkräfte, Inhalte auch anders zu vermitteln.

Neue Impulse für die Institution Schule

Schule kann noch besser werden, lautet das Credo der Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen. Die gemeinnützige Stiftung lädt dazu ein, Unterricht neu zu denken, und unterstützt Lehrkräfte wie Schulleitungen bei ihrer Arbeit.

Jedes fünfte Kind in Deutschland kann am Ende der vierten Klasse nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen. Das allein anzugehen ist schon eine Mammutaufgabe, aber Schule ist mehr als die Vermittlung von Kompetenzen, sie ist ein soziales Ökosystem, in dem sich der Austausch zwischen Lehrkräften und Schülern gegenseitig bedingen und, wo irgend möglich, inspirieren sollte. An diesem Punkt setzt die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen an. „Wir laden dazu ein, einfach mal um die Ecke zu denken, auszuprobieren, Spielräume zu nutzen, damit alle ihr volles Potenzial entfalten können“, sagt Frank Thalhofer. Seit 1. Januar 2025 ist er Mitglied des Vorstands der Stiftung und ihr Sprecher.

Bildung liegt ihm am Herzen: Für die Cornelsen Gruppe mit Marken wie Cornelsen Verlag oder Duden war Thalhofer 27 Jahre lang erfolgreich im Einsatz, die letzten zehn Jahre als Geschäftsführer Didaktik & Content. Dazu engagierte er sich in Gremien wie der European Educational Publishers Group oder dem Verband Bildungsmedien für eine Verbesserung des Bildungswesens. „Bildung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft“, kommentierte Frank Thalhofer seine Berufung in den Vorstand der Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen. „Deshalb freue ich mich darauf, aus neuen Perspektiven Lernerfolg und guten Unterricht zu unterstützen und Lehrpersonen zu stärken.“

Ganz konkret bedeutet das: Frank Thalhofer verantwortet die beiden Projekte der Stiftung – die Cornelsen SommerUni und den Cornelsen Zukunftspreis. „Unsere SommerUni, das sind drei Tage voller Impulse, Workshops und Inspirationen“, sagt der Stiftungsvorstand. Jeden Sommer lädt die Stiftung aus dem Pool an Bewerbern 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Berlin ein. Lehrkräfte aller Schulformen erleben gemeinsam ein erstklassiges Weiterbildungsangebot und teilen ihre Erfahrungen – über Bundesländer, Schulformen und Unterrichtsfächer hinweg. „Keine Unterrichtsstunde ist gleich. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen. Daher geben die diesjährigen Workshops und Netzwerkformate unterschiedliche Anregungen: von konkreten Unterrichtsideen bis zu neuen Leitbildern.“ Die diesjährige Cornelsen SommerUni vom 27. bis 29. August hat den Themenschwerpunkt „Entlastung und Lehrkräftegesundheit“. Neben einem konstruktiven Umgang mit beruflichem Stress, zu dem Sven Steffes-Holländer, Ärztlicher Direktor der Heiligenfeld Kliniken und Facharzt für Psychosomatische Medizin & Psychotherapie, referieren wird, stehen Classroom-Management und der Einsatz von KI-Tools im Unterricht auf der Agenda.

Das zweite Projekt, dem sich die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen widmet, ist der Cornelsen Zukunftspreis. „Unser Credo lautet: ‚Schule kann noch besser werden‘, deshalb zeichnen wir innovative Projekte aus, die Schule und Unterricht voranbringen“, sagt Thalhofer. „Lehrkräfte haben einen sehr herausfordernden Beruf, weil sie sich je nach Situation einer Lerngruppe immer wieder neu erfinden und neue Konzepte erproben müssen. Mit dem Zukunftspreis machen wir dieses besondere Engagement sichtbar: Das können kleine Schritte sein oder mutige neue Strukturen.“ Bewerben können sich alle Lehrkräfte und Schulleiter, die an allgemein- oder berufsbildenden Schulen unterrichten. Insgesamt vergibt die Stiftung 14 000 Euro – im vorigen Jahr für Initiativen zu Inklusion, Leseförderung, Berufsorientierung und zur Wissensvermittlung im Simulationslabor. Die Bewerbungsfrist für den Cornelsen Zukunftspreis 2025 endet am 15. September.

Und wo sieht der Stiftungsvorstand die Zukunft der schulischen Bildung? „Wir sind überzeugt, dass es möglich ist, dass alle Lernenden ihr Potenzial in der Schule entfalten können. Dazu braucht es exzellente Lehrkräfte, die in die Lage versetzt werden, Potenziale zu erkennen und individuell zu fördern. Als Stiftung wollen wir einen Beitrag leisten, indem wir Lehrenden über Fortbildung professionelle Werkzeuge und Methoden an die Hand geben sowie Aufmerksamkeit auf herausragende Arbeit von Lehrkräften lenken“, sagt Frank Thalhofer.

Text: Anke Bracht
Foto: Shutterstock / spass
Datum: Juli 2025

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