Sina Martens mit hochgehobenen Armen trägt schwarze Lederjacke mit grün-weißen Details und grüne Ohrringe

Mein Berlin mit Sina Martens

Liebe auf den zweiten Blick: Sina Martens und ihre Wahlheimat Berlin mussten sich zusammenraufen. Wie die Schauspielerin die Stadt heute erlebt, erzählt sie im Interview.

Frau Martens, seit der Spielzeit 2017/18 gehören Sie zum Berliner Ensemble im Theater am Schiffbauerdamm. Wie lebt und arbeitet es sich in Berlin?

Pulsierend ist das erste Adjektiv, das mir zu Berlin einfällt. Ich habe mich am Anfang schwergetan mit der Stadt, weil sie sehr viel sein kann, manchmal zu viel. Das hat sich aber komplett ins Gegenteil gekehrt. Mit seinen vielen Gesichtern gibt Berlin jedem einzelnen Persönlichkeitsanteil die Möglichkeit und Offenheit, einen Ort zu finden. Die Stadt inspiriert mich zu meiner Arbeit – sie hat kulturell, menschlich und ökonomisch unglaublich viel zu bieten. Noch, zumindest.

Es wäre auch wirtschaftlich eine Katastrophe, wenn weiter so stark im Kultursektor gekürzt wird, wie es seit zwei Jahren der Fall ist. Eine der umsatzstärksten Industrien in Berlin ist die Kultur, sie ist der Grund, warum Millionen Touristen jedes Jahr angezogen werden. Diese gewachsene Identität einer Stadt zu beschädigen hätte Folgen, die wir uns in der Konsequenz noch gar nicht ausmalen können. 

Als Schauspielerin müssen Sie ständig aus Ihrer Komfortzone gehen. Wie gelingt Ihnen das?

Genau dafür ist eine private Komfortzone wichtig, ich brauche Orte der Sicherheit. Diese Orte sind für mich vor allem die Menschen, die mir immer wieder Halt geben – mich aber auch anregen und mir die Welt anders zeigen, als ich sie selbst sehen kann. Wir brauchen mehrere Perspektiven, um sie besser verstehen zu können.

Sie haben mit vielen wegweisenden Regisseuren und Regisseurinnen wie Andreas Dresen, Philipp Leinemann oder Irene von Alberti zusammengearbeitet. Was ist das Wichtigste, das Sie von ihnen gelernt haben?

Ich habe von jeder und jedem sehr Unterschiedliches gelernt, das ich zu etwas Eigenem zusammenführen durfte. Joseph Beuys sagte mal: „Zeige deine Wunde“. Das ist vielleicht der Satz, der alle miteinander eint, aber auch ihre Ausdauer, die Resilienz, immer weiterzumachen, egal wie viele Steine einem in den Weg gelegt werden.

Die Spielzeit endet bald. Wie und wo genießen Sie den Sommer in Berlin?

Ich werde einen Kinofilm mit der Regisseurin Lena May Graf und meiner wundervollen Kollegin, der Schauspielerin und Autorin Anne Haug drehen. In meiner Freizeit liebe ich es, ganz in den Südosten der Stadt nach Neu-Venedig zu fahren und mich auf einem kleinen Boot durch die Kanäle treiben zu lassen. Diese lagunenartigen Wasserwege sind für mich einer der schönsten Berliner Orte im Sommer.

Foto: © Yves Borgwardt 
Datum: Juni 2026

Das könnte Sie interessieren:

Publikum sitzt in Reihen in einer großen Scheune und schaut auf eine Leinwand mit einer Projektion

Filmfestival als Gegengift

Am 3. September heißt es wieder „Film ab“ auf Gut Eibenhof in Bad Saarow. Wir trafen Festivalleiterin Susanne Suermondt, um über das Event zu sprechen, das sich seit der Gründung 2013 weit über die Präsentation von Filmen hinausentwickelt hat.

Wohnzimmer mit zwei roten Hockern mit goldverzierten Beinen, einem weißen Sofa, einem roten Teppich, einem grünen Sessel, einem Stehlampenständer und einem großen Gemälde an der Wand.

Die Brückenbauerin – Sammeln als Lebensform

Die Sammlerin Brigitte Trotha lädt zu einem ganz persönlichen Besuch in ihr Zuhause ein. Zu Gast an einem Ort, an dem man sich in Kunst, Design und der Wärme eines sonnigen Berliner Nachmittags wunderbar verlieren kann

Weitläufige Wiese mit gelben Blumen zwischen hohen Bäumen und Ruinen mit Säulen im Hintergrund unter blauem Himmel mit Wolken

Training gegen den Klimastress

Besondere Herausforderungen erfordern besondere Lösungen. Deshalb hat Park Sanssouci jetzt eine Baumschule. Dort werden Gehölze herangezogen, die den Folgen des Klimawandels trotzen können. Ein Besuch

i