Das Gründerteam von Simply Onno möchte die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten auf ein neues Level heben (v.l.n.r.): Karen Hentschel, Marc Dantas Tiedemann, Stephan Thiel und Dr. Witold Polanski.
In Deutschland werden jährlich rund 140 Millionen medizinische Dokumente ausgestellt und an Patientinnen und Patienten übergeben. „Allerdings ohne die nötige Unterstützung oder Aufklärung“, sagt Marc Dantas Tiedemann. Das brachte den Seriengründer und Product Designer aus dem Medtech-Bereich und die Design-Direktorin Karen Hentschel auf eine Idee: „Jede und jeder hat das Recht auf eine selbstbestimmte Gesundheit. Dafür braucht es verständliche Informationen.“
Gemeinsam mit ihrem ehemaligen Kommilitonen Stephan Thiel – die drei haben an der Fachhochschule Potsdam Interface Design studiert – und PD Dr. med. Witold Polanski bringen sie Ende 2024 den Webservice Onno an den Markt. Das Large Language Model dahinter fasst Arztbriefe, Befunde und andere medizinische Dokumente kostenlos in einfacher Sprache zusammen und ermöglicht eine Kommunikation mit dem behandelnden Arzt auf Augenhöhe.
Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten: Simply Onno gewinnt den Deutschen KI-Preis der Zeitung Die Welt in der Kategorie Bestes KI-Start-up 2025. „Onno wird sehr gut angenommen“, sagt Karen Hentschel, „und die Resonanz der Ärztinnen und Ärzte ist ebenfalls sehr positiv. Ihnen fehlt meist die Zeit für ein aufklärendes Gespräch, insofern profitieren auch sie von dem Produkt.“
Seit Sommer letzten Jahres bietet das Start-up einen weiteren, zahlungspflichtigen Service an: Arztbriefe und Befunde werden in voller Länge in einfache Sprache übersetzt und im Detail erklärt. Derzeit wird daran gearbeitet, das Angebot auch in Englisch, Spanisch und weiteren Sprachen verfügbar zu machen. Zudem ist das Team im Gespräch mit Krankenkassen und Kliniken, um Onno dort zu implementieren. „Gesundes Wachstum ohne Wagniskapital“ sei das langfristige Ziel.
Foto: © Simply Onno
Datum: März 2026
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