Hendrik Lucka (links) und Anton Dubrau sind die Gründer und kreativen Köpfe von Luna Rail.
Einsteigen, einschlafen und am Ziel aufwachen: Das entspannte Reisen mit dem Nachtzug gewinnt wieder an Attraktivität, nicht zuletzt wegen Kerosinmangels und Flugscham. Allein, die Züge fehlen. Und das hat einen Grund: „Nachtzüge sind nicht wirtschaftlich“, sagt Anton Dubrau. „Der Waggon eines klassischen Reisezugwagens hat 80 Sitzplätze, ein Liegewagen hat 60 Plätze, jeweils sechs in einem Abteil. Und ein klassischer Schlafwagen kommt – je nach Klasse – auf 20 bis 30 Plätze.“
Um die Wirtschaftlichkeit der Nachtzüge zu erhöhen, hat der ehemalige Deutsche-Bahn-Consultant 2023 zusammen mit dem Produktdesigner Hendrik Lucka das Unternehmen Luna Rail auf die Schiene gesetzt. Ihr Ziel ist ambitioniert: „Wir wollen Raum für 35 Plätze in der ersten Klasse und 65 Plätze in der zweiten Klasse bei Kostenstrukturen wie im Sitzwagen möglich machen“, sagt Lucka, der bei Luna Rail für die Produktentwicklung zuständig ist. Das Design soll die erweiterte Kapazität mit einem Höchstmaß an Privatsphäre verbinden.
In einem ersten Schritt wollen die Gründer alte EC-Wagen ausbauen und an europäische Zugbetreiber vermieten. Doch das Konzept geht weit darüber hinaus. Um die Buchung der Nachtwagenplätze für die Reisenden so komfortabel wie möglich zu gestalten, arbeiten Dubrau und Lucka parallel an einer Software für „Railcar-as-a-Service“, die sich in die App der Kunden integrieren lässt und sowohl die Kabinenbelegung anzeigt als auch für Buchungen genutzt werden kann. „Als Nächstes wollen wir einen alten Reisezugwagen umbauen, um Ende dieses Jahres Testfahrten damit zu machen“, sagt Anton Dubrau. Der erste voll ausgebaute Wagen soll Ende 2028 auf der Schiene stehen. Ein guter Kurs.
Foto: © Luna Rail
Datum: Juni 2026
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