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Berlin steht in den Startlöchern für die Olympiabewerbung. Welche Chancen zu einer Transformation der Metropole sind damit verbunden? Fünf Persönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft und Gesellschaft haben Antworten.
Ole Hertel
Vice President & Managing Director AEG Operations GmbH (Uber Arena)
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„Die Olympischen und Paralympischen Spiele in Berlin sind mehr als ein Sportereignis – sie können ein kraftvoller Katalysator sein, um Zukunft zu gestalten und die Stadt nachhaltig zu prägen. Wie wir auch beim Urban Catalyst Kongress diskutiert haben, entfalten internationale Großveranstaltungen eine besondere Dynamik: Sie mobilisieren nicht nur erhebliche finanzielle Mittel, sondern schaffen den politischen und gesellschaftlichen Willen, zentrale Zukunftsprojekte konsequent umzusetzen. Der verbindliche Zeitrahmen setzt ein klares, unumstößliches Fertigstellungsdatum – ein entscheidender Hebel, um infrastrukturelle Herausforderungen endlich anzugehen. Zugleich entsteht eine einzigartige Atmosphäre, die weit über den Sport hinaus wirkt. Berlin hätte die Chance, sich erneut als weltoffene, kreative Metropole zu präsentieren und positive Bilder in die Welt zu senden – vergleichbar mit den nachhaltigen Impulsen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Olympische Spiele können so nicht nur Motor für Investitionen sein, sondern auch Identität stiften, Zusammenhalt stärken und neue Perspektiven eröffnen.“
„Berlin braucht wieder große Visionen. Nicht aus Selbstzweck, sondern weil große Visionen Menschen bewegen, verbinden und einer Gesellschaft neue Energie geben können. Olympische und Paralympische Spiele wären deshalb weit mehr als ein Sportevent für ein paar Wochen. Sie könnten ein gemeinsames Zukunftsprojekt für Berlin und unser Land werden. Ich glaube, wir sollten Verantwortung übernehmen, für die Zukunft unserer Kinder, für den Sport und für die Werte, die wir als Gesellschaft leben wollen. Genau darin liegt eine große Chance. Sport vermittelt Respekt, Fairness, Vielfalt, Leistung und Zusammenhalt. Werte, die heute wichtiger sind denn je. Gerade Kinder brauchen Vorbilder und Orte, an denen sie erleben, was Gemeinschaft, Leidenschaft und Träume bewirken können. Natürlich geht es auch um konkrete Entwicklungen: moderne Sportstätten, bessere Infrastruktur, Investitionen in Vereine und mehr Bewegungsräume für die nächste Generation. Viele dieser Dinge brauchen wir ohnehin. Olympia kann helfen, sie schneller und mutiger umzusetzen. Berlin hat die Chance, der Welt zu zeigen, wie offen, vielfältig und lebendig diese Stadt ist, und gleichzeitig wieder mehr an sich selbst zu glauben.”
Ronald Rauhe
Ehemaliger Kanute und zweifacher Olympiasieger sowie mehrfacher Welt- und Europameister
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Simon Schulte
Geschäftsführer und 1. Vorsitzender von SPORTKINDER BERLIN e.V.
© SPORTKINDER BERLIN
„Berlin steht im Wettbewerb mit anderen internationalen Metropolen wie London, Paris oder New York und muss sich als weltoffene und ambitionierte Weltstadt behaupten. Von Olympischen und Paralympischen Spielen würde Berlin vor allem profitieren, wenn ein solches Großereignis nicht als Prestigeprojekt, sondern als Chance für die soziale und nachhaltige Entwicklung der Stadt verstanden wird. Die Spiele könnten dazu beitragen, zahlreiche bestehende Sportstätten zu sanieren und zeitnah für die Bevölkerung nutzbar zu machen. Verbunden mit umfangreichen sozialen Sport- und Bewegungsprojekten wären sie ein großer Gewinn für Teilhabe, Gesundheit und Begegnung – besonders für Kinder und Jugendliche. Olympia könnte damit den sozialen Zusammenhalt in Berlin enorm stärken. Dies wird jedoch nur gelingen, wenn die Berlinerinnen und Berliner frühzeitig ins Boot geholt werden und die Spiele breite gesellschaftliche Unterstützung erfahren. Die mehr als 800.000 Sportvereinsmitglieder in Berlin wären ein riesiger Hebel, um Olympiabegeisterung und Akzeptanz in die Stadt hineinzutragen.”
„Berlin war immer dann besonders stark, wenn die Stadt den Mut hatte, groß zu denken. Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Unsicherheit und wirtschaftliche Herausforderungen zunehmen, brauchen wir wieder Projekte, die Orientierung geben, Menschen verbinden und Zukunft greifbar machen. Olympische und Paralympische Spiele können genau das leisten. Sie sind weit mehr als ein Sportereignis – sie sind ein Katalysator für Investitionen, Innovationen und ein neues gemeinsames Selbstverständnis. Internationale Beispiele wie London 2012 oder Paris 2024 zeigen eindrucksvoll, wie Großevents genutzt werden können, um Infrastruktur zu modernisieren, neue Quartiere zu entwickeln und nachhaltige Impulse für Wirtschaft und Stadtgesellschaft zu setzen. Berlin bietet sich gerade eine historische Chance, die wir ergreifen sollten. Entscheidend ist dabei: Großevents dürfen kein Selbstzweck sein. Ihr Mehrwert entsteht, wenn sie Teil einer langfristigen, nachhaltigen Stadtentwicklungsstrategie sind.“
Ute Weiland
Geschäftsführerin des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.
© Bernd Brundert
Kaweh Niroomand
Geschäftsführer der BR Volleys und Olympiabeauftragter des Berliner Senats
© BR Volleys
„Berlin braucht eine große, verbindende Vision. Olympische und Paralympische Spiele können genau das sein: Sie geben der Stadt ein gemeinsames Ziel, über soziale und politische Unterschiede hinweg. Es geht nicht darum, bestehende Probleme zu ignorieren oder zu verharmlosen, sondern Kräfte zu bündeln und daraus neuen Zusammenhalt zu entwickeln. Gleichzeitig ist Olympia ein wirtschaftlicher Impuls von enormer Tragweite – Investitionen in Infrastruktur, Arbeitsplätze und Innovation kommen direkt unserer Stadt zugute. Und wir sollten uns bewusst sein: Wenn wir diese Chance nicht ergreifen, wird sich der nationale Fokus auf andere Städte oder Regionen richten und deren Entwicklungsperspektiven fördern. Ich bin überzeugt: Wir haben das Potenzial, die Erfahrung und die Strahlkraft, um ein hervorragender Gastgeber zu sein, und Olympia wird für Berlin sowohl wirtschaftliche als auch gesellschaftliche Impulse bringen, die wir und kommende Generationen dringend brauchen!“
Das Unternehmen Siemens errichtet in Spandau ein völlig neues Stadtquartier. Das Projekt kann ein Quantensprung für Investoren, den Berliner Immobilienmarkt und die urbane Entwicklung werden. Macht die groß dimensionierte Public-private-Partnership Schule?
Dr. Marion Ackermann ist die Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Wir sprachen mit ihr in der Villa von der Heydt über Heimat, Krisen und die anarchische Kraft Berlins.
Liebe auf den zweiten Blick: Sina Martens und ihre Wahlheimat Berlin mussten sich zusammenraufen. Wie die Schauspielerin die Stadt heute erlebt, erzählt sie im Interview.
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